Am 8. Mai 2013 durfte sich das BG/BRG Bad Ischl über den Besuch eines Zeitzeugen freuen. Der gebürtige Ungar Andor Steinberg, jetzt als US-Bürger Andrew Sternberg, sprach über seine Erlebnisse in NS-Konzentrationslagern. 1944 wurde er, nicht einmal 15 Jahre alt, in Ungarn verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt.
Der Transport nach Polen habe 2,5 Tage gedauert. Sternberg erklärte, dass er die ganze Fahrt über das Gefühl gehabt habe, etwas Schreckliches würde passieren. Als der Zug in Ausschwitz ankam, spürte der Junge nichts als Angst. Von Ausschwitz wurde er später nach Mauthausen und von dort weiter nach Melk gebracht, wo er neun Monate als Tunnelarbeiter überleben musste. Nach diesen Monaten kam er schließlich Ebensee, in ein Außenlager des KZ Mauthausen. Der Blick Andrew Sternbergs wurde ziellos, als er begann, von den Wachposten zu erzählen. In seiner Hungersnot hatte er dem Posten drei Zigaretten für etwas Essbares angeboten, der Mann hätte ihn mit seinem Gewehr auch erschießen können, doch er tat es nicht, er gab dem Jungen dagegen einige Stücke Brotkruste.
Während des Vortrages wies Herr Sternberg auch darauf hin, dass die viele Betroffene nach 1945 Angst davor gehabt haben, über die Verbrechen von damals zu sprechen. Doch wir Menschen würden nicht mit Hass in uns geboren, sondern wir hätten gelernt zu hassen.
Das Publikum, Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen, horchten konzentriert den Ausführungen Andrew Sternbergs (in englischer Sprache) zu. Es entwickelte sich ein Gespräch zwischen den Generationen, das alle Anwesenden tief berührte.
Franziska Mendel 5a

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